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300 Kölner Busse mit Kameras ausgestattet

300 Kölner Busse mit Kameras ausgestattet

300 Kölner Busse mit Kameras ausgestattet

23.01.2014
Alle rund 300 Busse, die für die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) unterwegs sind, werden seit Donnerstag mit Videokameras überwacht. „Damit wollen wir das subjektive Sicherheitsgefühl und die objektive Sicherheit der Fahrgäste und der Beschäftigen erhöhen“, sagte KVB-Vorstandschef Jürgen Fenske.

Die Gelenkbusse sind mit vier, die Solo-Busse mit drei Kameras ausgestattet. Diese überwachen laut KVB den gesamten Innenraum des Fahrzeugs mit Ausnahme des unmittelbaren Fahrerbereichs. Mit der neuen Technik, in die die KVB rund 650 000 Euro investiert hat, schließt das Unternehmen eine Lücke bei der Videoüberwachung: Alle rund 370 Stadtbahnen und die U-Bahnsteige sind bereits mit Kameras ausgerüstet.

Die aufgezeichneten Bilder werden laut KVB der Polizei auf Anfrage hin zur Verfügung gestellt, nach 48 Stunden aber automatisch gelöscht – es sei denn, sie würden durch eine Betätigung der Notbremse oder der Alarmtaste durch den Fahrer gesichert. Dann werden die Bilder erst nach sieben Tagen gelöscht. Alle Anforderungen des Datenschutzes würden erfüllt, versichert die KVB.

Fenske setzt zum einen auf die abschreckende Wirkung der Kameras, ist aber überzeugt, dass die Aufzeichnungen auch einen wirksamen Beitrag bei der Verfolgung von Straftaten leisten können. Im vorigen Jahr habe die Polizei in knapp 700 Fällen auf die Videodaten der KVB aus den Stadtbahnen zurückgegriffen – laut Fenske eine verschwindend geringe Zahl bei 276 Millionen Fahrgästen im Jahr. Dies spreche gegen die These, dass „der öffentliche Nahverkehr in Deutschland der Tatort schlechthin“ sei.

Die Aufklärungsquote nach Diebstählen oder Überfällen sei allerdings hoch, vor allem dann, wenn die Polizei mit Fahndungsbildern in den Medien nach Straftätern suche.

Die Polizei führt nach eigenen Angaben zwar keine Statistik, „wie oft Bilder angefordert werden und in wie vielen Fällen diese dann mit welchem Erfolg veröffentlicht werden“. Allerdings betont Behördensprecherin Dorothe Goebel, die Videoüberwachung sei „ein wichtiges und effektives Instrument, das die Kriminalpolizei häufig zur Identifizierung von Tätern nutzt“. Insbesondere in Verbindung mit den sozialen Netzwerken führe die Veröffentlichung von Lichtbildern häufig sehr schnell zum Erfolg.

Auch in den Bussen besteht laut Fenske Handlungsbedarf: In den beiden letzten Jahren habe es insgesamt rund 100 Übergriffe auf Busfahrer gegeben – „vom Spucken bis zu tätlichen Angriffen“. Zwar werde der Fahrersitz nicht direkt von den Kameras erfasst, wer sich dem Fahrer nähere, werde allerdings gefilmt und könne gegebenenfalls identifiziert werden.

Nach den Worten Fenskes kommt die KVB mit den Kameras dem Wunsch vieler Kunden nach: Bei einer bundesweiten Forsa-Umfrage im Sommer 2013 hätten fast 80 Prozent der Befragten die Videoüberwachung in Verkehrsmitteln als sehr wichtigen Aspekt bezeichnet.

Quelle:

http://www.ksta.de/koeln/sicherheit-videoueberwachung-im-bus,15187530,25973964.html